Auch Aues Ringer sorgen für Zuwachs im Kumpelverei

Aue. Mehr denn je zählt nach dem Abstieg der Profikicker aus der 2. Bundesliga der Einsatz der Vereinsmitglieder. Nicht zuletzt tragen die Beiträge der Veilchenfreunde dazu bei, die Einnahmen aufzustocken. In diesen Monaten 5.000 zusätzliche Mitglieder zu begeistern, ist darum Ziel der Aktion „Kumpelverein – weil wir anders sind“.
Auf fruchtbaren Boden fällt der Aufruf von Präsident Helge Leonhardt und seinem Team nicht nur bei den Fußballanhängern, sondern unisono in den anderen 14 Abteilung unterm Dach des FCE. Beispiel: die Ringer. Im Mai zählte diese Sparte noch 140 Athleten, aktuell sind es schon 160. „Wie alle beim FC Erzgebirge werden wir sparen, um die Durststrecke zu meistern. Aber ebenso suchen wir zusätzliche Einnahmequellen, werben intensiv Sponsoren und neue Mitglieder. Durch eigene Fanartikeln sowie mit noch mehr Zuschauern und einem leckeren Kantinenangebot zu den Heimkämpfen kommt Geld in die Kasse. Welche Abteilung es einspielt, ist egal, denn wir alle sind die Veilchen“, berichtet Sören Ullrich nicht ohne Stolz. „Dabei können wir Ringer unseren Mitstreitern auch einiges bieten“, setzt der Abteilungsleiter hinzu und nennt als Beispiel die Möglichkeit, an fünf Tagen in der Woche Fitnessangebote zu nutzen. Montags Krafttraining beim FCE, dienstags bis donnerstags Prellball in der Halle Aue-Zelle plus Konditionstraining am Dienstag und Donnerstag sowie freitags Freizeitfußball in der BSZ-Halle Aue-Neustadt – all das darf jedes Mitglied der Abteilung Ringen kostenfrei in Anspruch nehmen. Gern erwähnt Sören auch, dass die FCE-Ringer in den letzten Saisons zwei Drittel ihres Etats aus eigenen Mitteln bestritten.Seit über zehn Jahren als Co-Sponsor hilft dabei die Auer Firma Schrauben-Weiß mit. Juniorchef André Weiß gehört außerdem zu den zwanzig Neu-Mitgliedern seit Mai 2015. „Mein Sohn Finn ringt bei den E-Junioren, hat sich durch den Sport nicht nur sportlich entwickelt. Auch charakterlich prägt den Achtjährigen das Hobby positiv. Nächstes Jahr fängt auch unser kleiner Sohn mit dem Ringen an.“ Der Vater weiß also gut, wie viel im Nachwuchsbereich passiert. „Was der FC Erzgebirge für junge Leute leistet, ob im Fußball, Ringen oder einer anderen Abteilung, hilft der Region. Ich will darum als Mitglied neben dem Sponsorbeitrag noch etwas leisten, damit die vielen Kinder und Jugendlichen bei den Veilchen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden.“ Mehr als Vereine in Großstädten mit ihrem Wirtschaftspotenzial seien die Auer auf viele Mitglieder angewiesen: „Für uns ist das eine Hauptbasis, erst recht, wenn das Fernsehgeld nicht mehr so fließt wie in Fußballliga zwei.“
(os)

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